Die Zukunft Ostdeutschlands – Möglichkeiten statt Marginalisierung

Eine leuchtende Zukunft für den Osten durch Innovation und Offenheit

Das Tagesspiegel-Interview mit Stefan Traeger, dem Vorstandsvorsitzenden von Jenoptik, im Tagesspiegel ist weit mehr als nur ein gesellschaftliches Statement eines Unternehmensführers; es ist ein Appell an das gesamte Bundesgebiet, die oft unterschätzte Potenz und Vision des Ostens wahrzunehmen und zu fördern. Herr Traeger, ein gebürtiger Thüringer, setzt wichtige Akzente bezüglich der Wahrnehmung Ostdeutschlands, die es zu unterstreichen gilt.

Traegers Ansicht, dass viele Menschen im Osten sich nicht gehört fühlen, berührt eine tief sitzende Problematik. Es geht um die politische und wirtschaftliche Repräsentation eines substanziellen Teils unserer Bevölkerung. Dass das östliche Bundesgebiet noch immer mit wirtschaftlichen und demografischen Transformationen ringt, ist unbestreitbar. Doch ebenso unbestreitbar ist auch der unermüdliche Fortschritt, der hier stattfindet.

Jenoptik und andere Hochtechnologieunternehmen in Thüringen stehen sinnbildlich für den Aufschwung und die Innovationskraft einer ganzen Region. Die Kampagne #BleibOffen, die Jenoptik ins Leben gerufen hat, zielt darauf ab, Thüringen als einen Raum der Vielfalt und Offenheit darzustellen – Werte, die unverzichtbar für fortschreitenden wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Zusammenhalt sind.

Die Bedenken, die Traeger in Bezug auf die Anziehungskraft Thüringens für internationale Fachkräfte äußert, sind nicht nur begründet, sondern auch vorausschauend. Fortschrittliche Gesellschaften sind auf der ganzen Welt geprägt von ihrer Fähigkeit, Talente anzuziehen und zu halten. Isolation und eine abwehrende Haltung gegenüber dem Neuen und Andersartigen erweisen sich immer wieder als Hemmnis für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt.

Die Schere zwischen der wirtschaftlichen Dynamik in den Städten und der Marginalisierung bestimmter Regionen spiegelt sich auch im Wahlverhalten wider. Es ist essenziell, dass Unternehmen wie Jenoptik sich positionieren, um eine gesamtgesellschaftliche Debatte anzustoßen und eine Vision für eine inklusive Zukunft zu schaffen. Traegers Festhalten an einem neutralen, aber klar positionierten Unternehmensstandpunkt ist in der heutigen Zeit wegweisend.

Um Ostdeutschland mehr zu fördern, bedarf es einer konzertierten Anstrengung: mehr Investitionen in Infrastruktur und Bildung, eine gerechtere Verteilung öffentlicher Mittel, und vor allem die Schaffung von Anreizen für den Zuzug und Rückzug von hoch qualifizierten Arbeitskräften in die Region. Es geht darum, ein Umfeld zu gestalten, in dem Innovation gedeihen und die Lebensqualität erhöht werden kann, was wiederum die Attraktivität der Region steigert.

Der Osten hat viel zu bieten: kulturelle Vielfalt, weitreichende Naturlandschaften und eine wachsende Wirtschaft. Es ist an der Zeit, dass wir den Osten nicht nur als historischen Bezugspunkt oder als Schauplatz politischer Auseinandersetzungen betrachten, sondern als integralen, lebendigen Teil eines modernen Deutschlands, der unsere gemeinsame Aufmerksamkeit verdient.

Wir sollten die Landtagswahlen in Thüringen als Chance begreifen, neue Wege zu gehen. Die Kampagne von Jenoptik ist letztlich ein Plädoyer für eine moderne, offene Gesellschaft, die Chancen ergreift und Herausforderungen gemeinsam angeht. Es ist ein Aufruf, den alle Ebenen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ernst nehmen sollten.

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